Category Archives: Big City Life

England gegen Argentinien

Die Wohnzimmer-VIP-Lounge mal wieder im Einsatz: Im Polo Länderspiel England-Argentinien haben die Engländer mit 8:13 eine ordentliche Packung bekommen. Prinz Charles oder andere Mitglieder der königlichen Familie wurden wider Erwarten nicht gesichtet. Hier wurden in Anbetracht der bevorstehenden Hochzeit von Willy und Katie wohl falsche Prioritäten gesetzt.

Un abrazo.

U2 im Estadio Unico de La Plata

Im Rahmen der 360°-Tour haben U2 dreimal hintereinander vor ausverkauftem Haus in Buenos Aires gespielt. Im Estadio Unico de La Plata dürften also bei einer – für südamerikanische Verhältnisse kleinen – Zuschauerkapazität  von 56.000 und durchschnittlichen Ticketpreisen von über €100 ordentlich die Kassen geklingelt haben.

Als Vorband spielten Muse, die bei dem Konzert am Samstag wegen des völlig unabgestimmten Sounds zunächst einige Befürchtungen aufkommen liessen, die sich dann aber bereits beim Opener als völlig unbegründet erwiesen. Das Konzert war grossartig! Die exzellente Show und Location, die Playlist und die wie immer in Buenos Aires umwerfende Stimmung machten das Konzert auch für die weniger eingefleischten Fans zu einem unglaublichen Erlebnis.

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Un abrazo.

Welthauptstadt des Fussballs

Hat etwas länger gedauert, aber nun ist sie doch bei mir eingetroffen: Die Novemberausgabe von 11 Freunde mit einer vortrefflichen Reportage über den Fussball in der Stadt mit der weltgrössten Fussballvereinsdichte (verkürtzt hier nachzulesen) und einem Vorabdruck grossartiger Bilder aus dem Buch Buenos Aires – Die Welthauptstadt des Fussballs.

Am Wochenende hat das erste Superclásico – Boca gegen River – des Jahres stattgefunden, dass Boca mit 2:0  für sich entscheiden konnte. Da der Januar Hochsaison der Sommerferien ist und halb Buenos Aires gerade Urlaub am Meer macht, reisen die Vereine den Fans hinterher. Das Superclásico fand in keinem der Heimstadien statt, sondern an der Küste im Stadion von Mar del Plata.

Un abrazo.

Die Polo-Saison ist eröffnet

Lang erwartet hat heute die 117. Offene Argentinische Polo-Meisterschaft begonnen. Bis zum 11. Dezember wird direkt vor dem Fenster das wichtigste internationale Polo-Vereinsturnier ausgetragen.

Es spielen zwei Mannschaften à vier Spieler. Jeder Spieler hat mehrere Pferde, die wie Sau schwitzen und regelmässig im fliegenden Wechsel getauscht werden. Zunächst wunderte ich mich über die hohe Anzahl an Eigentoren, dann wurde aber klar, dass nach jedem Tor die Seiten gewechselt werden.

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Hier gibt’s noch mehr.

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Un abrazo.

Toy Dolls im Teatro Flores

Am Wochenende spielten die Toy Dolls in Buenos Aires im Teatro Flores auf. Das Flores ist ein wunderschönes, altes Theater mit holzvertäfelter Decke, ausladendem Kronleuchter und rundumlaufendem, aufwendig mit Stuck verziertem Balkon, das heruntergkommen genug ist, um den hier regelmässig stattfindenden Punk- und Metal-Konzerten ein standesgemässes Ambiente zu bieten. In alter bajuwarischer Biergartentradition wird das Bier ausschliesslich in Ein-Liter-Bechern ausgeschenkt.

In dem annähernd ausverkauften Saal hatten die drei sichtlich Spass und legten ordentiches Tempo vor. Der Sound, Olgas markante Stimme und das Programm, das die Jungs auf der Bühne machten, sind so grossartig wie eh und je; kaum zu glauben, dass die Toy Dolls in diesem Jahr seit nunmehr 30 Jahren auf der Bühne stehen. Die Stimmung war exzellent, der Pogo hart aber fair und im Laufe des Abends wurden sogar – für Engländer durchaus bemerkenswert – die schwarzen Anzüge und roten Kravättchen gegen Argentinien-Trikots getauscht.

Un abrazo.

Festival de Cine Aleman

Heute beginnt das Deutsche Filmfestival von Buenos Aires. Die Filme, sieht man mal von “Hanni und Nanni” ab, sehen recht vielversprechend aus. Vielleicht kann das ja etwas daran ändern, dass die Existenz des deutschen Films sowie deutscher Schauspieler hier total unbekannt zu sein scheint.

Update 30/09/2010:

Das Festival ist mittlerweile rum. Den Publikumspreis gewonnen hat “Die Fremde”, der auch diesjähriger deutscher Wettbewerber um den Oscar für den besten ausländischen Film ist. Es gab schöne Filme zu sehen, viele Regisseure waren anwesend und haben nach dem Film Fragen beantwortet und aus dem Nähkästchen geplaudert (u.a. auch Feo Aladag). Das Interesse an den Filmen war ausserordentlich gross. Eine gelungene Veranstaltung.

Un abrazo.

Bombonera

Die Bombonera (=Pralinenschachtel) ist das Heimstadion der Boca Juniors, einem der erfolgreichsten Clubs Argentiniens und ehemaliger Verein von Diego Maradona.

Ich war bisher zwar noch bei keinem Spiel in der Bombonera, aber bereits im leeren Stadion wirken die Sicherheitsstandards abenteuerlich. Die Kurven bestehen ausschliesslich aus Stehplätzen, bei denen die Stufen kürzer als meine Füsse lang sind. Das Spielfeld wird vom Zuschauerbereich durch Metallzäune abgetrennt, an denen sich die Fans bei aufgeheizter Stimmung oder aufkommender Massenpanik hervorragend zerquetschen lassen.

Auch in hundert Jahren wird in diesem Stadion kein FIFA Länderspiel stattfinden.

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Un abrazo.

Tango!

Nicht nur während der gerade stattfindenden Weltmeisterschaft ist es schwierig, in Buenos Aires dem Tango aus dem Weg zu gehen. Die Klänge des Bandonéon, die so typisch für den Tango geworden sind, nachdem das von dem Krefelder Heinrich Band entwickelte Instrument Ende des 19. Jahrhunderts nach Argentinien kam, sind regelmässig und überall zu hören, auch wenn die Radioprogramme und Musiksender natürlich vom internationalen Chart-Einerlei dominiert werden. In den vielen sogenannten Milongas wird quer durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen Tango getanzt, gelernt oder einfach beim Tanzen zugesehen.

Der Tango entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und Montevideo, geprägt von afrikanischen Elementen und den unterschiedlichsten Einflüssen der europäischen Einwanderer, die in grosser Anzahl ins Land strömten. In einem Umfeld von Zuwanderung, Arbeitslosigkeit und katastrophalen Wohnbedingungen war er Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem eine Musik der Arbeiter- und Unterschichten sowie des Rotlichtmilieus. Erst über den Umweg Europa, wo er sich in vor dem ersten Weltkrieg zum Modetanz entwickelte und von dort wieder über den Atlantik zurückkehrte, etablierte sich der Tango in allen Gesellschaftsschichten.

Im Gegensatz zu Samba und Salsa, die Lebensfreude und Leichtigkeit versprühen, ist der Tango von Schwere und Melancholie geprägt. Und dies passt gut zu den den dunklen Augenrändern der Argentinierinnen und einer latenten Sehnsucht nach besseren Zeiten, in denen das Pro-Kopf-Einkommen noch höher als in der Schweiz war, Erfindungen wie der Kugelschreiber aus Argentinien kamen oder das Achtelfinale gegen Deutschland bei einer Fussball-WM noch nicht das Aus bedeutete. Wie der Tangokomponisten Enrique Santos Discépolo formulierte, ist der Tango ein trauriger Gedanke, der getanzt wird.

Ich bin gerade dabei, so langsam mit Elektrotango warm zu werden.

Tanghetto – Alexanderplatztango

Un abrazo.