Tag Archives: Bücher

Eduardo Galeano kommt nicht zum Essen

In einem Restaurant in Montevideo – direkt gegenüber vom Teatro Solis – sass am Nebentisch ein Mann, der ständig, und erst recht dann, wenn er gerade wieder einen Bissen zum Mund führen wollte, Hände schütteln musste. Obwohl das Restaurant nicht besonders gross war, wollte der Strom der Begrüssungswilligen nicht abreissen. Von einem entspannten Abendessen und angeregter Unterhaltung mit der Begleitung konnte also keine Rede sein. Dennoch nahm er die Grüsse mit gleichbleibender Aufmerksamkeit und Freundlichkeit entgegen.

Es stellte sich dann heraus, dass es sich um den Schriftsteller Eduardo Galeano handelte. International ist er insbesondere für Las venas abiertas de América Latina bekannt, ein Buch über die Geschichte Südamerikas und die Auswirkungen der kolonialen Ausbeutung seit der Entdeckung des Kontinents. Das Buch war unter den Militärdiktaturen in Argentinien, Chile und Uruguay verboten und erlangte erneute Popolarität, als es auf dem Amerika-Gipfel 2009 von Hugo Chavez an Barack Obama als Geschenk überreichte wurde. Ich weiss nicht, ob Obama es mittlerweile gelesen hat; bei mir steht es als nächstes auf der Lese-Liste.

 Un abrazo

Welthauptstadt des Fussballs

Hat etwas länger gedauert, aber nun ist sie doch bei mir eingetroffen: Die Novemberausgabe von 11 Freunde mit einer vortrefflichen Reportage über den Fussball in der Stadt mit der weltgrössten Fussballvereinsdichte (verkürtzt hier nachzulesen) und einem Vorabdruck grossartiger Bilder aus dem Buch Buenos Aires – Die Welthauptstadt des Fussballs.

Am Wochenende hat das erste Superclásico – Boca gegen River – des Jahres stattgefunden, dass Boca mit 2:0  für sich entscheiden konnte. Da der Januar Hochsaison der Sommerferien ist und halb Buenos Aires gerade Urlaub am Meer macht, reisen die Vereine den Fans hinterher. Das Superclásico fand in keinem der Heimstadien statt, sondern an der Küste im Stadion von Mar del Plata.

Un abrazo.

Mafalda

Mafalda ist das wahrscheinlich berühmteste Mädchen Argentiniens. Anlässlich des 200. Jahrestages der argentinischen Unabhängigkeit in diesem Jahr wurde ihr sogar im Stadtteil San Telmo ein Denkmal gesetzt (Homenaje a Mafalda).

Seit 1964 werden die Comics des Zeichners Quino im Stile der Peanuts mit den Geschichten aus dem Leben des vorwitzigen Mädchens veröffentlicht. An Klugheit und Verzweifelung über den Zustand der Welt steht sie Lisa Simpson in nichts nach. Mafalda wurde mittlerweile in 26 Sprachen übersetzt, unter anderem auch vom argentinischen Spanisch ins spanische Spanisch. 

- Guck, das ist die Welt. Siehste!

- Und weisst du, warum diese Welt so schön ist?

- Weil sie nur eine Abbildung ist. Das Original ist eine Katastrophe!

Bs As, U-Bahn Perú/Catedral



Un abrazo.