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Lass uns Wellenreiten

Miraflores Beach by Gianluca Vittori
Miraflores Beach, a photo by Gianluca Vittori on Flickr.

Mit fortschreitendem Alter verspüre ich in regelmässigen Abständen die Notwendigkeit, meine anhaltende Jungendlichkeit unter Beweis zu stellen. Dies war möglicherweise einer der Beweggründe, warum ich mich zu einem Surf-Kurs in Lima anmeldete. Lima liegt direkt am Pazifik, und unterhalb der Steilküste erstrecken sich weitläufige Strände, die zwar wegen der beeinträchtigten Wasserqualität in Stadtnähe weniger von Badegästen geschätzt werden, wegen der hervorragenden Wellensituation aber zu jeder Tageszeit von Surfern bevölkert sind.

Die Vorfreude versetzte mich bereits den ganzen Tag in Hochstimmung und veranlasste mich fast zur situationsadäquaten Aufbesserung meines Outfits. In einem der üblichen Läden für Surferbedarf endeckte ich ein T-Shirt, dessen Botschaft ich nur bejahen konnte: “Surf Factor – Surf, Girl, Beer … OK”.

Der Kurs war dann eher ernüchternd: Minute 30: Geschmack und Geruch des Dreckwassers gehen mir langsam auf den Sack. Minute 40: Meine Arme verwandeln sich in Blei. Minute 50: Durch das ständige Reiben auf dem Board und das Salzwasser ist mein Kinn mittlerweile wund. Minute 60: Da ich weniger Surfe und mehr auf dem Brett liege, dreht sich mir aufgrund des ständigen Auf und Ab der Magen um, und meine erste und möglicherweise letzte Surf-Stunde ist beendet.

Un abrazo.

Vokabeln der Woche

el payasoClown
anunciar algo a los cuatro vientosan die grosse Glocke hängen
el perro salchichaDackel (Wursthund)
el tratemiento de conductoWurzelbehandlung (aua!)
la llamaFlamme und auch Lama

Kleine Anekdote zum Wort la llama, dass sowohl “die Flamme” als auch “das Lama” heisst: Auf dem Plaza de San Martín in Lima steht eine Statue von José de San Martín, die zu dessen Ehren im Jahre 1921 eingeweiht wurde. Im Sockel des Denkmals ist eine Statue der “Mutter Vaterland” eingelassen (nein, die Mutter Vaterland ist noch nicht die Pointe der Anekdote). Auftragsgemäss trägt die Frauenstatue eine “corona de llamas” auf dem Kopf. Ursprünglich war hiermit eine Flammenkrone gemeint. Der Künstler hat dies aber als Lama-Krone interpretiert; schliesslich gibt es ja viele Lamas in Peru.

Un abrazo.