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Malvinas machen sich immer gut im Wahlkampf

Die Islas Malvinas (für die Argentinier) bzw. Falklandinseln (für die Briten) sind ein unwirtlicher Fleck vor der Küste Feuerlands, mit einer duchschnittlichen Jahrestemperatur von 5°C, bis ins 18. Jahrhundert hinein unbewohnt, und auch heute mit weniger als 3.000 Einwohnern nur sehr dünn besiedelt. Seit der britischen Besetzung im Jahre 1833 steht die Inselgruppe unter britischen Hoheit. Genausolange liegen Argentinien und Grossbritanien um deren Souveränität im Streit, der 1982 zum Falklandkrieg eskalierte – mit knapp 1000 Toten auf beiden Seiten und einem Rückzug der unterlegenen Argentinier nach zwei Monaten.

Für die Argentinier ist die Malvinas-Frage ein höchst emotionales Anliegen und nationales Selbstverständnis. Der Anspruch auf die Malvinas ist in der Verfassung verankert, wird im ganzen Land flächendeckend durch Schilder und Plakate (wie das obige auf dem Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast) manifestiert und steht als popolustisches Element im Programm jeder politischen Partei, gleich welcher Coleur. Nachdem nun die Präsidentschaftswahlen am 23. Oktober vor der Tür stehen, ist es wenig verwunderlich, dass das Thema in der öffentlichen Debatte zunehmend an Gewicht gewinnt.

Nachdem sich die aktuelle Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner monatelang nicht zu ihrer möglichen Kandidatur geäussert hat, kündigte sie in dieser Woche – drei Tage vor Ablauf der Frist – wie erwartet an, dass sie für eine Wiederwahl antreten werde. In diesem Kontext sind sicherlich die jüngste diplomatischen Initiativen der argentischne Regierung bezüglich der Malvinas zu sehen.

Als Ergebnis einer dieser Initiativen hatte das U.N. Entkolonisierungskommittee Grossbritanien und Argentinien dazu aufgerufen, erneut Verhandlungen bezüglich der Malvinas aufzunehmen – die Inseln sind Bestandteil der U.N.-Liste mit den letzen 16 nicht entkolonialisierten Gebieten der Welt. Eine weitere Aufforderung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen beinhaltete eine Resolution der Organization of American States (OAS). Insbesondere deren Billigung durch die USA wurde in Grossbritanien als ein “Schlag ins Gesicht” wahrgenommen.

Abgesehen von dem verbalen Säbelrasseln auf beiden Seiten werden sich wohl keine Auswirkungen auf den Status-Quo ergeben. Dennoch und unabhängig davon, dass die Malvinas-Frage in Argentinien seit jeher fast ausschliesslich aus politischem Kalkül eingesetzt wurde, bleibt die Frage: Was haben die Briten eigentlich auf diesen Inseln – 14.000 km entfernt von Grossbritanien – verloren?

Un abrazo.