Tag Archives: Musik

Rumba!

Im Norden ist die Laune, wohl aufgrund der allgegenwärtigen Musik und des karibischen Klimas, trotz aller Widrigkeiten immer einige gefühlte Grade besser.

Muy chévere hier zum Nachvollziehen: ein Mix aus Cumbia, Salsa und Rumba der 60′ und 70′ aus dem ehemaligen Vizekönigreich Neu-Granada.

Soundway Mix — ‘Rumba Del Sur’ by Thestoolpigeon on Mixcloud

via Spreeblick

Un abrazo.

Willst du ficken?

Mit gemischten Gefühlen verliess ich kürzlich mein Hotel in Santiago de Chile. Einerseits schmeichelten mir natürlich der freundliche Empfang und die liebevolle Vorbereitung in deutscher Sprache. Andererseits irritierten mich aber die teilweise schlüpfrigen Angeboten, die mir, hätte ich mich darauf eingelassen, problemlos einige Jahre Knast eingebracht hätten.

Glücklicherweise stellte sich dann aber alles als grosses Missverständnis heraus. Der Empfang galt nicht mir, sondern den Jungs von Tokio Hotel, die zufällig im selben Hotel wohnten und auf ihrer Südamerika-Tour am selben Abend in Santiago spielten. Kaum zu glauben, aber auch hier lassen sie die Mädchen-Herzen höher schlagen, lösen gleichzeitig eine regelrechte Deutsch-Lern-Welle aus und ziehen jeden Abend zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer an.

Un abrazo.

U2 im Estadio Unico de La Plata

Im Rahmen der 360°-Tour haben U2 dreimal hintereinander vor ausverkauftem Haus in Buenos Aires gespielt. Im Estadio Unico de La Plata dürften also bei einer – für südamerikanische Verhältnisse kleinen – Zuschauerkapazität  von 56.000 und durchschnittlichen Ticketpreisen von über €100 ordentlich die Kassen geklingelt haben.

Als Vorband spielten Muse, die bei dem Konzert am Samstag wegen des völlig unabgestimmten Sounds zunächst einige Befürchtungen aufkommen liessen, die sich dann aber bereits beim Opener als völlig unbegründet erwiesen. Das Konzert war grossartig! Die exzellente Show und Location, die Playlist und die wie immer in Buenos Aires umwerfende Stimmung machten das Konzert auch für die weniger eingefleischten Fans zu einem unglaublichen Erlebnis.

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Un abrazo.

Toy Dolls im Teatro Flores

Am Wochenende spielten die Toy Dolls in Buenos Aires im Teatro Flores auf. Das Flores ist ein wunderschönes, altes Theater mit holzvertäfelter Decke, ausladendem Kronleuchter und rundumlaufendem, aufwendig mit Stuck verziertem Balkon, das heruntergkommen genug ist, um den hier regelmässig stattfindenden Punk- und Metal-Konzerten ein standesgemässes Ambiente zu bieten. In alter bajuwarischer Biergartentradition wird das Bier ausschliesslich in Ein-Liter-Bechern ausgeschenkt.

In dem annähernd ausverkauften Saal hatten die drei sichtlich Spass und legten ordentiches Tempo vor. Der Sound, Olgas markante Stimme und das Programm, das die Jungs auf der Bühne machten, sind so grossartig wie eh und je; kaum zu glauben, dass die Toy Dolls in diesem Jahr seit nunmehr 30 Jahren auf der Bühne stehen. Die Stimmung war exzellent, der Pogo hart aber fair und im Laufe des Abends wurden sogar – für Engländer durchaus bemerkenswert – die schwarzen Anzüge und roten Kravättchen gegen Argentinien-Trikots getauscht.

Un abrazo.

Tango!

Nicht nur während der gerade stattfindenden Weltmeisterschaft ist es schwierig, in Buenos Aires dem Tango aus dem Weg zu gehen. Die Klänge des Bandonéon, die so typisch für den Tango geworden sind, nachdem das von dem Krefelder Heinrich Band entwickelte Instrument Ende des 19. Jahrhunderts nach Argentinien kam, sind regelmässig und überall zu hören, auch wenn die Radioprogramme und Musiksender natürlich vom internationalen Chart-Einerlei dominiert werden. In den vielen sogenannten Milongas wird quer durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen Tango getanzt, gelernt oder einfach beim Tanzen zugesehen.

Der Tango entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und Montevideo, geprägt von afrikanischen Elementen und den unterschiedlichsten Einflüssen der europäischen Einwanderer, die in grosser Anzahl ins Land strömten. In einem Umfeld von Zuwanderung, Arbeitslosigkeit und katastrophalen Wohnbedingungen war er Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem eine Musik der Arbeiter- und Unterschichten sowie des Rotlichtmilieus. Erst über den Umweg Europa, wo er sich in vor dem ersten Weltkrieg zum Modetanz entwickelte und von dort wieder über den Atlantik zurückkehrte, etablierte sich der Tango in allen Gesellschaftsschichten.

Im Gegensatz zu Samba und Salsa, die Lebensfreude und Leichtigkeit versprühen, ist der Tango von Schwere und Melancholie geprägt. Und dies passt gut zu den den dunklen Augenrändern der Argentinierinnen und einer latenten Sehnsucht nach besseren Zeiten, in denen das Pro-Kopf-Einkommen noch höher als in der Schweiz war, Erfindungen wie der Kugelschreiber aus Argentinien kamen oder das Achtelfinale gegen Deutschland bei einer Fussball-WM noch nicht das Aus bedeutete. Wie der Tangokomponisten Enrique Santos Discépolo formulierte, ist der Tango ein trauriger Gedanke, der getanzt wird.

Ich bin gerade dabei, so langsam mit Elektrotango warm zu werden.

Tanghetto – Alexanderplatztango

Un abrazo.